Erbeinsetzung nach Vermögensgruppen? Was ist das?

Der Erblasser benennt keine Erbquote (z.B. ¼ oder ½), sondern bestimmt sein Vermögen nach Gruppen auf bestimmte Personen zu verteilen.

Beispiel:

Der Erblasser hat Vermögen in Deutschland und den Niederlanden.

Er bestimmt im Testament, seine Frau soll das Vermögen in Deutschland und sein einziger Sohn sein Vermögen in den Niederlanden erhalten. Dann sind die Vermögen in Deutschland und den Niederlanden zu bewerten. Das Verhältnis zwischen den beiden Werten ergibt die Erbquoten. Ist das Vermögen in Deutschland 500.000 € wert und das Vermögen in den Niederlanden 300.000 €, so erhält die Ehefrau 5/8 und der Sohn 3/8 des Nachlasses.

Problematisch bei solchen Testamenten ist die Erteilung des Erbscheins. Das Nachlassgericht muss Erbquoten angeben. Zur Feststellung dieser Quoten müssen die Vermögensgruppen bewertet werden. Das kostet meist Geld und Zeit und kann zu Streit führen, weil nach Quoten auch für die Nachlassschulden gehaftet wird.

Im streitigen Fall gehen hier schnell 2-3 Jahre ins Land bis der Erbschein erteilt ist. Von diesem Testamentstyp ist deshalb abzuraten.

Das Ergebnis kann auch durch eine Alleinerbeneinsetzung mit Vermächtnisanordnung erreicht werden, ohne dass es zu Ärger kommt.

Als Anwältin für Erbrecht berate ich Sie gern zur Testamentsgestaltung.